In diesem Jahr feiern wir ein großes Jubiläum. Am 26. Januar 2016 wurde die Satzung für die Flüchtlingshilfe Stutensee e. V. von den Gründungsmitgliedern unterzeichnet. Insbesondere durch die Initiative von Marina Kammerer-Röckl wurde unser Verein ins Leben gerufen. Insgesamt 14 Personen haben die Vereinssatzung unterschrieben. Auch diesen Menschen und in der Folge allen Ehrenamtlichen, die sich seither unermüdlich für Flüchtlinge engagiert haben, gebührt unser größter Respekt. Was haben wir seither sowohl für Flüchtlinge als auch für die Gesellschaft geleistet?
Wie viele Euro erspart ein Flüchtlingshilfe-Verein einer Kleinstadt mit 25000 Einwohnern wohl durch seine ehrenamtliche Arbeit innerhalb von zehn Jahren?
Genaue Euro-Beträge zur Gesamtersparnis der Stadt Stutensee über zehn Jahre liegen nicht öffentlich vor. Die Flüchtlingshilfe Stutensee e. V. leistet jedoch einen massiven wirtschaftlichen Beitrag, der sich durch verschiedene Faktoren herleiten lässt:
- Arbeitskraft-Äquivalent: Die Aktivsten investieren allein etwa 30 Stunden pro Woche. Hinzu kommen zahlreiche weitere Ehrenamtliche in Bereichen wie der Lernbegleitung, der Fahrradwerkstatt und als JobCoaches. Würde man diese Stunden mit einem fiktiven Mindestlohn oder dem Satz für Fachpersonal verrechnen, ergäbe sich ein Millionenbetrag über zehn Jahre.
- Vermeidung von Sozialausgaben: Der Verein hat bereits 20–25 Personen erfolgreich bei der Erlangung eines Aufenthaltsstatus unterstützt. Durch das JobCoach-Projekt konnten ca. 80 % dieser Personen in Arbeit oder Ausbildung vermittelt werden. Ab diesem Zeitpunkt entfallen staatliche Transferleistungen, während die Betroffenen Steuern und Sozialabgaben zahlen.
- Sachleistungen: Durch die Sammlung und Aufarbeitung von Sachspenden (z. B. Computer, Fahrräder) werden direkte Anschaffungskosten für die Kommune oder das Landratsamt eingespart.
- Prävention & Integration: Angebote wie die Spielstube oder Sprachkurse fördern die Integration und reduzieren langfristige Folgekosten durch soziale Konflikte oder Bildungsdefizite.“
Soweit das Ergebnis einer Recherche im Internet. Die genannten 30 Stunden sind unserer Meinung nach deutlich zu niedrig geschätzt, ebenso die weiter unten genannten 20-25 Personen
Eine weitere Recherche ergibt folgendes Bild:
„Grobe Schätzung für Flüchtlingshilfe Stutensee e. V. (10 Jahre)
Da es keine veröffentlichten spezifischen Daten zur Stutensee-Ehrenamtsarbeit in Zahlen gibt, erfolgt die folgende Abschätzung auf Basis allgemeiner wissenschaftlicher Bewertungen und Analogien.
Annahmen für die Schätzung
- Ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit bringt pro Jahr ein Einsparpotenzial im unteren Bereich von ~0,1 Mio. € bis im höheren Bereich von ~0,5 Mio. €, wenn man Aufwand, begleitende Leistungen, organisatorische Arbeit etc. berücksichtigt – verglichen mit Kosten, die sonst etwa für Sozial- und Verwaltungsleistungen anfallen würden (z. B. Übersetzungsdienste, Fahrdienste, Integrationsarbeit, Koordination).
└ Diese Range ist plausibel im kommunalen Kontext kleinerer Städte und basiert u. a. auf Anteilen aus vergleichbaren kommunalen Ehrenamtsstudien und der genannten Untersuchung (1,9 Mio. € Einsparungen im Beispiel Erding mit vielen Ehrenamtlichen).
- Dauer: 10 Jahre ehrenamtliches Engagement.
Rechenbeispiel (konservativ bis optimistisch)
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Szenario |
Jährliche Ehrenamts-Ersparnis |
10-Jahres-Summe |
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Konservativ |
100 000 € / Jahr |
~1 Mio. € |
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Moderater Durchschnitt |
250 000 € / Jahr |
~2,5 Mio. € |
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Optimistisch |
500 000 € / Jahr |
~5 Mio. € |
➡️ Realistische Schätzung: Die Flüchtlingshilfe Stutensee e. V. könnte über 10 Jahre eine Ersparnis von etwa 1 – 5 Millionen Euro an kommunalen oder gesamtgesellschaftlichen Kosten bewirken, wenn die ehrenamtlichen Leistungen nicht bezahlt werden müssten und von bezahlten Fachkräften oder kommunalen Diensten übernommen werden müssten.
Diese Spanne ist stark abhängig von ehrenamtlicher Intensität, Umfang der Unterstützungsangebote und den anfallenden Aufgaben.“
Kommentar FHS: Wir sehen als Minimum den moderaten Durchschnitt.
Soweit unsere vorläufigen Erkenntnisse. Was aber meinen die geflüchteten Menschen selbst dazu? Wir wollen unser Jubiläum gebührend feiern. Vorgesehen ist dafür der 21. Mai 2026. Wir hoffen, dass wir dabei einige Erfahrungsberichte zu hören bekommen.
Den vorgeschlagenen Termin 21. Mai halten wir für sehr passend. Es ist ein Donnerstag, den viele von uns ohnehin für die Teestube reserviert haben. Außerdem besteht berechtigte Hoffnung, dass wir an diesem Tag im Freien feiern können. Für alle Fälle hätten wir auch eine Rückzugsmöglichkeit ins Alte Rathaus. Wir können uns Folgendes vorstellen:
Geflüchtete Absolventinnen und Absolventen einer Ausbildung berichten von ihrer Erfahrung.
Andere berichten davon, was für sie für eine gelungene Integration wichtig ist.
Wir, die FHS, nutzen die Gelegenheit, für Ehrenamtsarbeit Werbung zu machen und Mitglieder zu gewinnen.
Wir versuchen bis dahin Flüchtlinge zu finden, die Musik, Tanz oder Theater vortragen (ich erinnere an das Musical der Ukrainer im Graubau, ich habe ein Video davon und kann dies auch im Alten Rathaus per Beamer zeigen).
Wir tragen ein Szenario vor, das zeigt, wie schlecht es uns in Deutschland ginge, wenn wir keine Menschen mit Migrationshintergrund hätten, die Arbeiten verrichten, die kein „echter“ Deutscher übernehmen will.
Zum Kulinarischen: ähnlich wie bei der 50-Jahr-Feier könnten Afghaninnen, Ukrainerinnen und auch arabische Frauen Essen zubereiten und servieren. Wir würden sie und evtl. die Vorgenannten dafür angemessen bezahlen. Dafür nehmen wir gerne die 500 + 500 € an. D. h. ja, wir haben Interesse an einer Beantragung.
Wie das tatsächliche Programm aussehen wird, werden wir an dieser Stelle noch mitteilen.
Ganz herzlichen Dank und viele Grüße
Alexander Koch
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Flüchtlingshilfe Stutensee e. V.
1. Vorsitzender
Hauptstr. 80
76297 Stutensee
Tel.: 0721 / 85142619
Mobil: 01512 / 5377125
Mail:
Internet: www.fluechtlingshilfe-stutensee.de
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