Herzlichen Dank an alle ehrenamtlich und hauptamtlich Tätigen, Freunde, Mitglieder und Fördermitglieder der Flüchtlingshilfe Stutensee e. V.

Weihnachtsmarkt Karlsruhe

Ein Jahr geht zu Ende, an dessen Anfang im Februar der brutale Überfall auf die Ukraine stand. In der Folge hatten wir sehr bald alle Hände voll zu tun, auch den neu angekommenen Flüchtlingen mit Rat und Tat zu helfen. Inzwischen ist dank Ihres Engagements ein regelmäßiges Treffen in der Teestube zustande gekommen, konnten wir durch Unterricht und Lernbegleitung Kindern und Jugendlichen den Anschluss an die hiesigen Schulen erleichtern und auch den Flüchtlingen und ihren Gastfamilien Hilfe im Alltag geben.

Wir haben bei all dieser Hilfe aber auch unseren Geflüchteten aus Afghanistan, Eritrea, Gambia, Indien, Irak, Iran, Kosovo, Marokko, Nigeria, Pakistan, Palästina, Somalia, Sri Lanka, Syrien und der Türkei beiseitegestanden. Durch Ihren unermüdlichen Einsatz haben Sie in vielen Lebenslagen geholfen, nämlich bei Deutschkursen, Lernhilfe, Begleitung im Alltag, in der Fahrradwerkstatt, durch Hilfe beim Finden eines Ausbildungs- oder Arbeitsplatzes und Sonstiges.

Besonders erwähnenswert ist, dass auch einige der Flüchtlinge selbst zu Helferinnen und Helfern geworden sind, indem sie Deutschunterricht gegeben oder als Begleitung zu Arzt- oder Amtsterminen Übersetzungshilfe geleistet haben. Dies haben wir besonders gewürdigt.

Ihnen allen gilt unser Dank für die unermüdliche Hilfe!

Der Stadt Stutensee und dem Landratsamt gilt unser besonderer Dank, da wir eine so tolle und produktive Zusammenarbeit haben!

A propos Landratsamt: Kürzlich hat dieses einen Adventskalender veröffentlicht mit dem Text "Mit dem Adventskalender sagen wir allen, die sich ehrenamtlich engagieren, DANKE. Danke, für all ihr Mitgefühl, ihre Zeit, Ressourcen und Geduld, die sie investieren. Dieses großartige Tun wollen wir ein wenig sichtbarer machen und zugleich damit die Adventszeit bereichern“.

Zu finden ist dieser digitale Adventskalender hier: https://adventskalender.landkreis-karlsruhe.de/.

Auch wenn bald Weihnachten ist, kann man immer noch hinter die bereits geöffneten Türchen schauen und staunen, was Menschen für ihre Mitmenschen so alles tun.

Ich nutze diesen Weihnachtsgruß auch, um auf eine besondere Online-Veranstaltung hinzuweisen, die hier beschrieben wird:

Gastfamilien für Flüchtlingskinder

Um daran teilzunehmen, muss man sich anmelden. Man bekommt daraufhin die Zugangsdaten zugeschickt. Termine sind am 20. Dezember und im neuen Jahr der 19. Januar, jeweils 18 Uhr. Diesen Veranstaltungshinweise bitte gerne weitergeben.

Ich wünsche uns allen für die kommenden Wochen ein friedliches Weihnachtsfest und einen Neubeginn, nicht nur des Jahres sondern einer friedlicheren und gerechteren Weltordnung.

щасливого Різдва  مبارک  مجيد ርሑስ ልደት क्रिसमस की बधाई  Mutlu Noeller   Kirîstmas piroz be   Christmas-ka wanaagsan   Joyeux Noël

Mit weihnachtlichen Grüßen

Alexander Koch

Schwarzarbeiten und Schwarzfahren

Neoplan mit Br

Wir haben in letzter Zeit, immer wieder, von Geflüchteten berichtet, die sich bei uns weiterentwickelt und eingelebt haben. Ich meine, unter anderem, die Erfolge bei der Begleitung von Flüchtlingen in Arbeit und Ausbildung.

Es gibt aber eine Gruppe von Geflüchteten, die keine Chance bekommen sich bei uns zu integrieren. 

Das betrifft insbesondere Menschen aus Afrika, Pakistan und Indien, die hier „geduldet“ sind. Schon der Ausdruck „Duldung“ ist in diesem Kontext menschenverachtend.

Es leben z. B. viele erwachsene Männer bei uns in Stutensee in Anschlussunterbringungen. Sie wohnen mit einer Wohnsitzauflage in Wohnungen mit 6 bis 10 Mitbewohnern, verschiedener Nationalitäten und müssen zu zweit manchmal, zu dritt in einem Zimmer hausen. 

Einige dieser Menschen kommen regelmäßig in meine Sprechstunde. Ich betreue Menschen, die seit fünf bis zehn Jahren bei uns sind und immer noch nicht arbeiten dürfen, obwohl sie das gerne wollen. Es gibt kein Problem, dass Geflüchtete nicht arbeiten wollen. Es gibt allerdings einen beträchtlichen Anteil von Geflüchteten, die keine Arbeitserlaubnis erhalten.

Diese Menschen leben ohne Perspektive und Ziel. Das führt dazu, dass sie „Schwarzarbeiten“, was ich sehr gut verstehe. Und wenn ich dann berichtet bekomme, wie es in einschlägigen einheimischen Betrieben zu geht, sind wir nicht weit von den Verhältnissen der Bauarbeiter in Katar entfernt. Stundenlöhne von 3 bis 4 €, manchmal weniger, sind in solchen illegalen Arbeitsverhältnissen eher die Regel, nicht die Ausnahme.

Weiterhin bekommen diese „geduldeten“ Menschen, die nicht arbeiten dürfen, keine regulären Asylbewerberleistungen. Sie erhalten Gutscheine (beispielsweise vier Stück à 40 € im Monat) von denen sie ihr komplettes Leben, ausschließlich der Unterkunftskosten, bestreiten müssen. Sie haben damit offiziell keinen Zugang zu Bargeld. Mit den Gutscheinen darf man beim Discounter einkaufen, aber wenn die aufgedruckte Summe beim Einkauf nicht erreicht wird, verfällt der Rest. Es gibt kein Rückgeld.

Wie soll ein Mensch ohne Zugang zu Bargeld den ÖNPV nutzen? Das geht in diesem Fall nur, wenn man ohne zu bezahlen fährt. Die Folge von dreimaligem „Schwarzfahren“ ist eine strafrechtliche Verfolgung und eine Verurteilung vor Gericht. Das kann ein Grund zur Abschiebung sein. Was ist das ein behördlicher Aufwand, der da getrieben wird. Wenn wir heute Statistiken über straffällige Flüchtlinge hören, rührt ein Großteil der genannten Zahlen aus solchen Bagatellfällen, für die die Menschen noch nicht mal etwas können. Und diese Zahlen werden dann von „rechten“ Kreisen gerne als Beleg für eine verfehlte Flüchtlingspolitik angeführt.

Ja, die deutsche Flüchtlingspolitik ist verfehlt und falsch. Ich verstehe immer weniger, wie ein Land bzw. eine Gesellschaft, in der humanitäre und christliche Werte hochgehalten werden, solche menschenrechtsverletzenden Bedingungen zulässt und toleriert bzw. fördert. Das widerspricht der Flüchtlingskonvention der UNO und dem ursprünglichen Asylrecht unseres Grundgesetzes.

 

Heinz Maier

Gruppe Arbeit und Ausbildung

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www.fluechtlingshilfe-stutensee.de